Kinder haben keine Lobby
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Seit Jahren prägen Begriffe wie „Kinderarmut“ und „Chancengleichheit“ die Medienlandschaft, wenn es um Kinder und Politik geht.

Doch mehr als Worthülsen blieben es unter Alt-Kanzlerin Angela Merkel nicht. Die neue Bundesregierung, die erste Ampel-Koalition auf Bundesebene, die erste Dreier-Konstellation in Regierungsverantwortung in Deutschland hat viel zu tun.

Neben der Bekämpfung der Pandemie gehört auch das Bildungssystem und die bessere Förderung von Kindern auf den Themenplan.

Die Ampel-Regierung hat im Koalitionsvertrag zumindest schon einmal ein großes Thema niedergeschrieben: Chancengleichheit soll hergestellt und Kinderarmut reduziert werden.

So soll eine Kindergrundsicherung eingeführt werden. Hierfür sollen die bisherigen Leistungen gebündelt werden, durch ein Bürgergeld soll weitere Entlastung gewährt werden, während Hartz IV wegfällt.

Anne Spiegel, die 40-jährige Familienministerin der Grünen, hat dieses Thema zur Chefsache erklärt. Sie möchte der Kinderarmut in Deutschland den Kampf ansagen. Zunächst soll ein Sofortzuschlag an 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche ausgeschüttet werden.

Insgesamt sollen Familien mit Jahreseinkommen unter 20.000 Euro besonders stark profitieren. Hier soll die Kindergrundsicherung deutliche Aufstockungen ermöglichen. Bei Familien mit Einkommen zwischen 30.000 und 80.000 Euro seien Förderungen bis 1300 möglich.

Außerdem möchte die Bundesregierung das BAföG reformieren und elternunabhängiger machen. Hierdurch soll eine höhere Chancengleichheit geschaffen werden.

Mehr Respekt vor Kindern

Gerade in der Pandemie zeigte sich, wie respektlos die Große Koalition über Kinderköpfe hinweg bestimmt haben. Kinderärzteinnen und Kinderärzte, Psychologen und viele mehr berichteten über den deutlichen Anstieg an Patienten im Kinder- und Jugendalter. Doch hören wollte niemand darauf. Mittlerweile gibt es auch Studien über Kindeswohlgefährdung. Auch diese werden in der breiten Öffentlichkeit nicht diskutiert.

Kinder wurden in einen Lockdown gesteckt, ihre Bildungschancen reduziert und alles als notwendig abgestempelt, während die Fußballprofis ihrem Sport nachgehen durften und die Eltern in die Kneipe an der Ecke konnten.

Erst als Studien über die psychischen Folgen des Lockdowns für Kinder veröffentlicht wurden, bekam das Thema wenigstens etwas Aufmerksamkeit.

Nun heißt es aus der Politik: „Schulen so lange wie möglich offen halten“. Nein. Es muss heißen, bevor die Schulen geschlossen werden, wird alles andere runtergefahren.

Denn der Lockdown verschlechterte die Perspektive von Kindern und Jugendlichen spürbar. Als letztes durften sie erst geimpft werden, um die „Alten“ zu schützen. Jetzt sind wirklich die „Älteren“ mal dran, Kinder zu schützen.

Auf Anne Spiegel warten viele Aufgaben und Hürden. Doch die junge, moderne Frau mit schottischem Ehemann, italienischen Wurzeln und vier Kindern scheint geeignet, dieses Amt professionell auszufüllen. Ein Studium aus Philosophie und Psychologie mit Abschluss „Magistra Artium“ und Erfahrung als Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz werden ihr dabei wertvoll sein.

Bildquellen

  • Trauriges Mädchen: Quergestellt.com
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