Armin Laschet lacht in Erftstadt

Lachender Laschet, grinsender Steinmeier

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundespräsident Frank Walter Steinmeier grinsen im Katastrophengebiet. Ein unverschämtes Verhalten.

Derzeit wird Deutschland von einer Flutwelle ungeahnten Ausmaßes überrollt. Tausende Menschen wurden evakuierte, weit über einhundert verloren ihr Leben in den Wassermassen, die sich mit einer Höhe von bis zu neun Metern durch Ortschaften fraßen und dabei Autos, LKW und ganze Häußer dem Erdboden gleich machten.

Der Katastrophenschutz, die Bundeswehr, THW und Feuerwehr arbeiten Hand in Hand, um dem Chaos Herr zu werden.

Und auch zahlreiche Politiker besuchten die Krisengebiete in der Pfalz und Nordrhein-Westfalen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Malu Dreyer (SPD) als Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, teilweise mit Gehhilfe oder E-Roller aufgrund ihrer Multiple Sklerose Erkrankung unterwegs, Landräte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)  und auch Bundespräsident Frank Walter Steinmeier (SPD) und NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet waren vor Ort, um sich in unwirklichen und massiv zerstörten Gebieten ein Bild zu verschaffen.

Gegen solche Termine ist grundsätzlich nichts einzuwenden, denn wie sollen sich Politiker sonst ein Bild über die benötigten Bundes- und Landeshilfsmittel verschaffen. Blind mit Steuergeld umherwerfen ist in der Gesellschaft ebenso verpönt und würde abgestraft.

Doch an solchen Terminen geht es noch um mehr: Um Trost zu spenden, Mut zu machen und vor allem schnelle Hilfe zuzusichern.

Und natürlich geht es auch um Medienpräsenz. Die richtigen Worte in dem Moment zu finden und Menschen – und damit auch potenzielle Wählerinnen und Wähler mitzunehmen.

Was sich jedoch NRW-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet und Bundespräsident Steinmeier erlaubt haben, ist nicht mehr mit einem Fauxpas zu entschuldigen.

Jeweils während der Reden des Anderen alberten sie feixend und lachend im Kamerahintergrund herum – wohlgemerkt inmitten des Katastrophengebiets Erftstadt, wo zuvor Menschen durch die Flutmassen starben und hunderte Menschen ihre Existenzen verloren haben.

Nun hat, zugegebenermaßen Bundepräsident Steinmeier nur kurz über eine Situation, welche auch immer es gewesen sei, geschmunzelt. Laschet hingegen kringelte sich regelrecht, beugte sich weg, feixte offen. Nicht nur einmal, sondern gleich über eine Minute lang.


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Von einem Politiker, der Bundeskanzler werden möchte, aber auch vom höchsten Repräsentant des Landes darf man erwarten, dass sie sich in den zwei Stunden, in denen sie durch ein Krisengebiet spazieren, zusammenraufen.

Es gab und gibt dort sicherlich nichts zu lachen. Der Schaden geht, so sagte Finanzminister Scholz bereits, in die „Multimilliarden“. Eine Soforthilfe von mehr als 300 Millionen Euro soll es bereits innerhalb weniger Tage geben.

An dieser Stelle sei gesagt: Es handelt sich um Steuergeld, welches durch die Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird.

Und ja. Es ist richtig so. Deutschland finanziert im Ausland hunderte, wenn nicht sogar weltweit tausende Projekte auf unterschiedlichste Art. Der Wiederaufbau dieser Regionen muss priorisiert und vor allem auch massiv unterstützt werden.

Es ist eine Chance für die ländlichen Gebiete, hochmoderne Infrastruktur zu erhalten und so auch zukünftig für das Wirtschaftswachstum eine noch bedeutendere Rolle zu spielen.

In Anbetracht dieser Faktenlage, massive Zerstörung von Existenzen, Infrastruktur, Verlust von Menschenleben und Vernichtung von Lebensgrundlage ist es unangebracht, unanständig und in höchstem Maße verwerflich, zu lachen oder zu feixen.

Dies sollte sich auch die Frau, die ebenfalls bei Steinmeier und Laschet lachend zu sehen war, hinter die Ohren schreiben.

Auf der anderen Seite zeigt dies, dass Armin Laschet nicht das Zeug zum Bundeskanzler hat. Man stelle sich vor, er bereise ein Kriegsgebiet und feixt dort herum.

Laschet ist ein Mann ohne Format. Und er wäre ein schlechter Bundeskanzler. Olaf Scholz kann man vieles vorwerfen, aber er hat zumindest nicht gelacht.

Und noch etwas sollte angemerkt sein: Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste ebenfalls in die Katastrophengebiete. Sie lachte nicht, sie war besorgt, teilweise emotional, was man von der Bundeskanzlerin definitiv nicht kennt.

Und als eine BILD-Reporterin unwirsch Fragen stellte, wies die Kanzlerin sie in die Schranken, vor allen Menschen – und erntete Applaus.

Dies unterscheidet eine Kanzlerin mit Format von einem Bettvorleger, der gerne Kanzler werden möchte.

Nach diesen Bildern darf man nur noch hoffen, dass es Laschet nicht wird – und Steinmeier auch keine zweite Amtszeit als Bundespräsident erhält.