Werbung im Briefkasten

Werbung im Briefkasten: Eingelegt in Tageszeitungen, Fernsehzeitschriften und Magazinen kommt sie an …

Nicht zu vergessen all die kostenlosen Wochenblätter, die eigens gedruckt werden, um Werbung einlegen zu können. Der wahre Informationswert dieser Blätter ist meist mehr als dürftig. Dafür sind sie gespickt mit Werbeanzeigen und sogenannten Einlegern.

Insbesondere möchte ich da die schönen bunten Werbeblätter der Möbelhäuser nennen, die schon montags mit der Tageszeitung ins Haus trudeln, um uns zu suggerieren, wie wichtig es ist, die modernste Wohnungseinrichtung zu einem so günstigen Preis zu erwerben, dass man einfach zuschlagen muss. Vor allem, da man ja enorm sparen kann, wenn man bei diesen Angeboten zuschlägt.

Werbung im Briefkasten: Ausgeben, um zu sparen!

Denn wer gibt nicht gerne 1000 € aus, um 300 € zu sparen?
Ausserdem nach einem ausgiebigem Fernsehwochenende wird es hie oder da zwicken, und wer könnte sich da nicht einen dieser hypermodernen Fernsehsessel zum absoluten Schnäppchenpreis sichern? Das Prospekt des gleichen Möbelhauses flattert am Mittwoch wieder in den Briefkasten, zusammen mit den ersten ‚ Samstagsschnäppchen‘ .

Am Donnerstag dann ebenfalls als Einleger in einem Wochenblatt um dann am Samstag, sollte man beim Einkauf in diesem Möbelhaus vergessen haben mitzuteilen, dass man keine Werbepost haben möchte, einen persönlich adressierten Brief zu erhalten, der uns dann noch als Stammkunden entlarvt und uns diverse, unschlagbare und unbedingt wahrnehmenswerte Angebote und Prozente offeriert, und als Bonbon für den Samstagseinkaufsausflug noch ein leckeres, fast geschenktes Menü in dem hauseigenen Restaurant mit musikalischer Untermalung. Man wird regelrecht ‚weichgekocht‘.

Spätestens jetzt fühlen wir uns genötigt zuzuschlagen.
Denn Geiz ist geil , niemand hat etwas zu verschenken, und jeder möchte schließlich  Ich bin doch nicht dumm sein. Mal ganz abgesehen davon, dass jeder am Sparathon teilnehmen muss, keinen Inventur-Verkauf  oder Umbau-Verkauf versäumen sollte und schliesslich  wenn es  333  schlägt  im Springtime das Gartenglück sucht mit unendlichen Prozenten. Mir wird übel bei den Wortschöpfungen der Werbetexter.

Dabei frage ich mich immer, wie viele Bäume sinnlos zu Papier verarbeitet werden, das oftmals direkt vom Briefkasten in die Papiertonne wandert. Um dann wieder aufbereitet und bedruckt zu werden um diesen Kreislauf wieder zu beschreiten. Welch eine Ressourcenverschwendung ! Und all das im Zeitalter des Internets!

Denn all diese Prospekte kann man online genauso betrachten, ohne Papierflut im Briefkasten.
Man kann sich zum Newsletter anmelden und erhält dann regelmäßig Emails mit genau diesen Angeboten. Weshalb wird das aber nicht häufiger oder fast ausschließlich genutzt? Man könnte den Briefkasten frei halten für richtige Post.

Ich fände es eine feine Sache, wenn man auf seinem Briefkasten kein Schild anbringen müsste mit der Aufschrift ‚Keine Werbung und keine kostenlose Zeitungen‘ , sondern wenn man zustimmen müsste, um diese zu erhalten.

Wie wäre es, wenn all diese unnötigen Kosten für Papier, Druck und Versand sich direkt bei den angebotenen Produkten bemerkbar machen würden und diese einfach von Haus aus preiswerter angeboten werden würden?

Ebenso sollte mit den vielen Katalogen verfahren werden, die kiloweise im Briefkasten landen, die man nicht braucht. nicht angefordert hat und man sich immer wieder wundert, woher die Versender die Adressen haben.

Bei Lebensmittelangeboten ist es sowieso nur noch eine Frage der Zeit, wie lange es noch sinnig sein wird, vom Discounter A nach Discounter B zu fahren , um die Schnäppchen zu ergattern.

Deutschland – der Weltmeister im Wegwerfen!

Die Haushalte werden immer kleiner und eine Bevorratung mit verderblichen Waren ist hier äußerst fraglich.
Wir sind die Weltmeister im wegwerfen von Lebensmitteln mit durchschnittlich 81,6 Kilo pro Jahr ! Eigentlich unglaublich, doch wenn wir uns selbstkritisch betrachten, werden wir uns selbst auch immer wieder dabei ertappen, vom Datum her abgelaufenes Joghurt, sauer gewordene Milch, altes , hartes Brot oder verdorbene Fruchtsäfte ‚entsorgen‘.

Woher kommt das? Ich denke auch da tut die Werbung ihr übriges. Sie suggeriert ’nötig und preiswert‘ und schon wird mehr gekauft, als wirklich verbraucht werden kann. Dann landet ein Teil in der Mülltonne und die vermeintlichen Schnäppchen sind auf einmal keine mehr. Wenn man nämlich ausrechnet, was man tatsächlich ausgegeben hätte, um die Dinge zu kaufen, die man wirklich verzehren kann und möchte und diese Summe dem Einkauf von vermeintlichen Schnäppchen gegenüberstellt, kommt dann die Ernüchterung. Man hätte nicht mehr ausgegeben, weniger transportieren müssen und das gekaufte auch aufgebraucht.

Ein weiterer Aspekt ist es, hungrig einkaufen zu gehen. Denn dann ist die Verlockung mehr zu kaufen größer, als wenn man gesättigt den Verlockungen gegenübersteht.
Mein Appell ist denkbar einfach : Wirklich nur das kaufen, was man braucht und oftmals ist weniger mehr. Denn ein teureres Lebensmittel wird man anders wertschätzen, abgesehen von der besseren Qualität, als ein industriell gefertigtes preiswerteres Produkt. Hierbei denke ich an richtiges Bäckerbrot, nicht von Großbäckereien, sondern vom Bäcker um die Ecke, das sich länger frisch hält, als die im Supermarkt aufgebackenen Laibe.

Als Fazit möchte ich anmerken, dass es an jedem Einzelnen selbst liegt, diese Werbeflut einzudämmen.

Einfach einen Aufkleber am Briefkasten anbringen mit ‚Keine Werbung und keine kostenlose Zeitungen‚, oder die Werbung und Zeitungen, die er erhalten möchte, namentlich benennen. Die Zusteller müssen sich definitiv daran halten.

Oder doch den Vorteil des Internets zu nutzen und online blättern und damit der Umwelt etwas Gutes zu tun.

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